Shih Tzu
Der Shih Tzu ist eine Rasse kaiserlichen Ursprungs, die seit Jahrhunderten die Kunst perfektioniert, Gesellschaft zu leisten. In den Höfen Chinas gezüchtet, um bei Menschen zu sein, spiegelt sein Charakter genau diesen Zweck wider: er ist ein liebevoller, ruhiger Hund, der an das Leben in Innenräumen angepasst ist, die Nähe seiner Familie genießt und sich gut mit Kindern, älteren Menschen und anderen Tieren versteht.
Merkmale







Herkunft
Der Ursprung des Shih Tzu reicht bis ins alte China zurück, wo er über Jahrhunderte als Palasthund gezüchtet wurde. Sein Name bedeutet im Mandarin wörtlich „Löwenhund“ und bezieht sich auf sein ästhetisches Ähnlichkeitsbild mit den steinernen Löwen, die buddhistische Tempel bewachten. Man nimmt an, dass er von Kreuzungen zwischen dem tibetischen Lhasa Apso und alten chinesischen Rassen abstammt und besonders während der Ming-Dynastie und der darauffolgenden Qing-Dynastie geschätzt wurde. Nur die kaiserliche Familie durfte sie besitzen, und einem solchen Hund zu schenken galt als außerordentliche Ehre.
Anfang des 20. Jahrhunderts, mit dem Sturz des Kaiserreichs, kamen einige Exemplare durch Diplomaten und Reisende nach Europa. Die Rasse wurde 1940 vom britischen Kennel Club anerkannt und hat sich seitdem weltweit verbreitet. Heute ist der Shih Tzu eine der beliebtesten Rassen in städtischen Umgebungen und in allen Arten von Haushalten, geschätzt für sein ausgeglichenes Wesen, sein prächtiges Fell und seine handliche Größe.
Eigenschaften und Fähigkeiten
Der Shih Tzu ist ein kleiner Hund mit robustem Körper und langem, fließendem Fell, das praktisch den Boden berührt. Sein Kopf ist rundlich und breit, mit großen, ausdrucksvollen Augen, sehr kurzer Schnauze und langen, haarbedeckten Ohren. Sein Erscheinungsbild ist majestätisch für einen so kleinen Hund. Das Fell ist doppelschichtig, aber ohne die dichte Unterwolle anderer Rassen, es haart sehr wenig und erfordert sorgfältige Pflege, um seinen Glanz zu erhalten und Verfilzungen zu vermeiden.
Sein Temperament ist sanftmütig, liebevoll und überraschend selbstsicher. Er ist kein nervöser oder ängstlicher Hund: er zeigt sich meist ruhig und ausgeglichen, selbst in neuen oder lauten Umgebungen. Er passt sich sehr gut an das Leben in einer Wohnung an, ohne große Mengen an Bewegung zu benötigen, obwohl er seine täglichen Spaziergänge genießt. Es ist eine Rasse, die relativ leicht lernt, obwohl sie in bestimmten Momenten stur sein kann: Erziehung, die auf positiver Verstärkung und Geduld basiert, bringt die besten Ergebnisse.
Der Shih Tzu ist besonders bekannt für seine Anpassungsfähigkeit: er lebt problemlos mit Kindern, älteren Menschen, anderen Hunden und Katzen zusammen. Er hat keinen ausgeprägten Jagdtrieb und keine aggressiven Tendenzen. Er ist ein Begleithund im vollsten Sinne des Wortes, und das macht ihn außerordentlich vielseitig für Haushalte aller Art.
Pflege
Die anspruchsvollste Pflege beim Shih Tzu betrifft sein Fell. Langes Haar erfordert tägliches Bürsten, um Verfilzungen und Verklebungen zu vermeiden, besonders hinter den Ohren und am Bauch. Viele Halter entscheiden sich für den „Welpen-Schnitt“ — kürzer und pflegeleichter — um die Pflegezeit zu verkürzen, ohne den Charme der Rasse zu verlieren. Besuche beim Hundefriseur alle 6–8 Wochen sind praktisch unverzichtbar. Es ist auch wichtig, täglich den Bereich um die Augen zu reinigen, wo sich Haare und Sekrete ansammeln und Reizungen verursachen können.
Der Shih Tzu braucht mäßige tägliche Spaziergänge, um aktiv und geistig angeregt zu bleiben, benötigt jedoch nicht die intensive Bewegung anderer Rassen. Als leicht brachyzephale Rasse kann er bei Hitze oder extremer Luftfeuchtigkeit Atembeschwerden haben, daher sollte intensive Betätigung an heißen Tagen vermieden werden. Die Ernährung sollte hochwertig, an seine Größe und seinen Stoffwechsel angepasst und auf zwei Mahlzeiten verteilt sein, um die Verdauung zu erleichtern. Regelmäßige tierärztliche Kontrollen mit besonderem Augenmerk auf Augen, Ohren und Mund sind unverzichtbar.
Häufigste Krankheiten
Augenprobleme sind die häufigste Erkrankung bei dieser Rasse. Ihre großen, hervorstehenden Augen neigen zu Hornhautgeschwüren, chronischen Reizungen und in schwereren Fällen zur Proptose. Die tägliche Reinigung des periokularen Bereichs und regelmäßige tierärztliche Kontrollen sind entscheidend, um Probleme rechtzeitig zu erkennen. Haare, die in die Augen fallen, sollten hochgebunden oder geschnitten werden, um ständige Reizungen zu vermeiden.
Ebenso kann das brachyzephale Syndrom —in seiner milden Ausprägung, da die Schnauze des Shih Tzu nicht so extrem ist wie bei anderen Rassen— mit Schnarchen, Hecheln oder mäßiger Belastungsintoleranz auftreten. Hüftdysplasie ist eine weitere Erkrankung, die beobachtet werden sollte, insbesondere bei übergewichtigen Tieren. Mit hochwertiger Ernährung, mäßiger Bewegung, gründlicher Hygiene und regelmäßiger tierärztlicher Betreuung kann der Shih Tzu ein langes und sehr angenehmes Leben genießen.
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