Wenn der Sommer kommt, benötigen alle Hunde zusätzliche Fürsorge im Umgang mit der Hitze. Aber es gibt Rassen, die von vornherein im Nachteil sind: solche mit einer abgeflachten Schnauze und komprimierten Atemwegen, bekannt als brachyzephale Rassen. Für sie ist die Hitze nicht nur eine Unannehmlichkeit – sie kann sich in wenigen Minuten zu einem lebensbedrohlichen Notfall entwickeln.
Wenn Sie eine Französische Bulldogge, einen Mops, einen Carlino oder eine andere Kurzschnauzen-Rasse haben, ist dieser Artikel unverzichtbar, um den Sommer sicher zu gestalten.
Was bedeutet 'brachyzephal'?
Der Begriff Brachyzephale beschreibt Hunde, deren Schädel genetisch selektiert wurde, um kürzer und breiter als normal zu sein. Dies komprimiert die inneren Strukturen: den weichen Gaumen, die Nasenhöhlen und die Luftröhre. Das Ergebnis ist, dass diese Hunde mehr Anstrengung benötigen, um die gleiche Luftmenge einzuatmen wie jeder andere Hund.
Die am stärksten betroffenen Rassen sind:
- Französische Bulldogge
- Mops (Carlino)
- Englische Bulldogge
- Boston Terrier
- Shih Tzu
- Boxer
- Pekinese
- Cavalier King Charles Spaniel
Warum ist die Hitze für sie besonders gefährlich?
Hunde schwitzen nicht durch die Haut wie Menschen. Sie kühlen sich hauptsächlich durch Hecheln ab: Sie lassen Luft schnell durch die Atemwege zirkulieren, um Wärme durch Verdunstung abzugeben. Ein brachyzephaler Hund mit komprimierten Atemwegen kann nicht effizient genug hecheln. Wenn die Umgebung heiß und feucht ist, versagt seine Fähigkeit zur Thermoregulation viel früher als bei einem Hund mit langer Schnauze.
Eine Umgebungstemperatur von 28–30°C kann ausreichen, um bei einem Brachyzephalen einen Hitzschlag auszulösen, insbesondere wenn Feuchtigkeit oder direkte Sonneneinstrahlung hinzukommen.
Alarmzeichen, die Sie nicht ignorieren sollten
Leichte Anzeichen
- Übermäßiges, lautes Hecheln
- Starkes Speicheln
- Schleimhäute (Zahnfleisch) von intensiv roter Farbe
- Unruhe oder Nervosität
- Schwierigkeiten beim Gehen oder Schwäche
Schwere Anzeichen (sofortiger tierärztlicher Notfall)
- Bläuliche oder violette Schleimhäute (Zyanose)
- Verlust der Koordination oder Krämpfe
- Ohnmacht oder Bewusstlosigkeit
- Erbrechen oder Durchfall
- Sehr flache oder fehlende Atmung
Bei jedem schweren Anzeichen bringen Sie Ihren Hund unverzüglich zum Notfalltierarzt. Jede Minute zählt.
Wie Sie Ihren brachyzephalen Hund im Sommer schützen
Kontrollieren Sie die Spaziergangszeiten
Gehen Sie nur in den kühlsten Stunden des Tages aus: vor 9 Uhr morgens und nach 20 Uhr. Der Asphalt kann lange nach dem Absinken der Lufttemperatur Wärme speichern.
Lassen Sie sie nie in einem Auto
Das Innere eines Fahrzeugs kann in der Sonne in wenigen Minuten 50–60°C erreichen. Ein Brachyzephaler kann einen tödlichen Hitzschlag erleiden, bevor Sie zurückkehren können.
Sorgen Sie für kühle und schattige Bereiche
Dauerhafter Zugang zu frischem Wasser und einem schattigen, belüfteten Ort ist unerlässlich. Ventilatoren und Kühlgelmatten können den Unterschied ausmachen.
Vermeiden Sie intensive Bewegung
Im Sommer sollten Spaziergänge kurz und ruhig sein. Keine Rennen, Sprünge oder kräftigen Spiele in der Sonne.
Zusätzliche Pflege bei schwerem brachyzephalem Syndrom
Bei manchen Hunden sind die Missbildungen so ausgeprägt, dass eine korrigierende Operation ihre Lebensqualität und Hitzetoleranz erheblich verbessern kann. Konsultieren Sie Ihren Tierarzt, wenn Ihr Hund ständig hechelt, stark schnarcht oder sich bei minimalem Aufwand erschöpft.
Ernährung und Sommer: Was Sie durch die Ernährung tun können
Eine hochwertige Ernährung trägt auch zum Wohlbefinden von Brachyzephalen im Sommer bei. Übergewichtige Hunde haben noch größere Schwierigkeiten beim Atmen und der Thermoregulation. Eine ausgewogene Ernährung mit der richtigen Kalorienmenge für ihr Idealgewicht ist ein wichtiger Schutzfaktor.
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